Das Hüft-Gelenk

Das Hüftgelenk verbindet den Rumpf mit den Beinen. Es handelt sich dabei um ein Kugelgelenk. Dieses besteht einerseits aus der Hüftpfanne und auf der anderen Seite aus dem darin gleitenden Oberschenkel- oder Hüfttkopf. Die Hüfte ermöglicht die umfangreichen Bewegungsabläufe der Beine und sorgt für eine Stossdämpfung beim Gehen, Laufen und Springen. Die Stabilität des Gelenkes wird von den umliegenden Muskeln und Bändern gewährleistet.

Um einen reibungslosen Bewegungsablauf zu ermöglichen, sind beim gesunden Gelenk Hüftkopf und Pfanne mit einer glatten, bis zu 5 mm dicken Knorpelschicht überzogen. Diese elastische Schicht ist von einer Gelenkflüssigkeit umgeben, die wie ein Schmiermittel fungiert und gleichzeitig den Knorpel ernährt. Wird diese Knorpelschicht abgerieben, spricht man von der Arthrose.

 

   

Die Hüftgelenks-Arthrose

Die Arthrose im Hüftgelenk (Coxarthrose) macht sich bemerkbar, wie bei anderen, belasteten Gelenken der unteren Extremität: Am Anfang steht meist der Anlaufschmerz am Morgen oder nach Ruhephasen, wenn der Patient aus dem Sitzen aufsteht und die ersten Schritte macht. Dann kommt der Belastungsschmerz dazu und später der Schmerz in Ruhe. Parallel dazu verläuft häufig die Einschränkung der Beweglichkeit, was sich bei täglichen Verrichtungen wie Strümpfe und Schuhe anziehen oder Fussnägel schneiden negativ bemerkbar macht. Akrobatische Tricks werden erlernt, damit dies noch mehr oder weniger mühsam gelingt!

Die Behandlung der Arthrose zielt hauptsächlich darauf ab, die Schmerzen zu lindern, eine eventuelle Entzündung zu dämpfen, die Beweglichkeit zu erhalten, Behinderungen zu minimieren und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Dies gelingt anfänglich gut mit konservativen Massnahmen: Diätberatung zur Gewichtsreduktion und physiotherapeutische Übungen mit dem Ziel, die Beweglichkeit des Gelenkes und die Muskelkraft zu erhalten. Präparate zur Stützung des noch vorhandenen Gelenkknorpels, einfache schmerzstillende Medikamente und Therapiezyklen mit Antirheumatika.
Bei einer Minderheit von Patienten können weitere Behandlungsmassnahmen erforderlich sein wie Spritzen mit Kortikosteroiden oder künstlichen Gelenkschmiermitteln.

Wenn diese Therapiemethoden nicht mehr die gewünschte Besserung bringen, bleibt nur noch die Operation. Alternativen zur Einsetzung eines künstlichen Hüftgelenkes kommen nur in seltenen Fällen bei jungen Patienten in Frage. Zu nennen ist hier die sogenannte Umkehrung des Gelenkes.

Auf Basis der heute auf dem Gebiet der Prothetik sehr weit entwickelten medizinischen Forschung für Material- und Formentwicklung von Implantaten sowie durch die stetig verfeinerten Operationstechniken kann durch den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks der Schmerz deutlich gelindert, in aller Regel sogar völlig beseitigt werden. Dazu ist ein komplettes Hüftimplantat die beste Lösung. Dabei werden Hüftpfanne und Hüftkopf ersetzt. Ein qualitativ hochwertiges Implantat ermöglicht den Patienten eine Mobilität, wie sie oft lange verloren gegangen war. Bei einem solchen Eingriff werden die erkrankten und für den Schmerz ursächlichen Teile des Hüftgelenks entfernt und durch die Endoprothese ersetzt, die dann für eine schmerzfreie und stabile aber doch flexible Hüfte sorgt.

MIS - Die minimal invasive Technik bei der Hüftprothesen-Implantation pdf

Die einklemmende Hüfte

Beim Engpass- oder Impingement-Syndrom der Hüfte kommt es zu einem Einklemmen. Bei bestimmten Bewegungen kann der Hüftkopf (besonders bei starker Beugung) an das Pfannendach anschlagen. Dabei werden Weichteilstrukturen wie die Gelenklippe eingeklemmt. In der Regel wird das Impingement Syndrom des Hüftgelenks schmerzhaft in der Leiste wahrgenommen. Die Ursache für ein Impingement Syndrom ist eine anatomische Variante des Hüftkopfes oder des Pfannendachs. Meist ist eine verminderte Taillierung des Schenkelhalses schuld.
Die Berührungen und Einklemmungen führen zu einem chronischen Reizzustand und zu irreparablen Gelenkschädigungen. Im weiteren Verlauf entstehen am vorderen Schenkelhals knöcherne Anbauten, welche wiederum zerstörerisch auf die vordere Gelenkpfanne einwirken, insbesondere auf den randständigen Gelenkknorpel und die Gelenklippe. Bleibt das Problem unbehandelt, können sich die Symptome verschlimmern. Auch bei jüngeren Patienten kann dies zu einer vorzeitigen und fortschreitenden Abnützung des Hüftgelenks (Coxarthrose) führen.

Die Behandlung ist abhängig vom Schweregrad der Beschwerden und vom Alter des Patienten. Wenn die konservative Therapie keinen befriedigenden Nutzen mehr bringt, muss häufig operativ vorgegangen werden. Dabei wird in einem relativ aufwändigen Eingriff die beschädigte Gelenklippe entfernt und der Schenkelhals von Knochenanlagerungen befreit und neu tailliert. Eventuell bleibt auch nur die Implantation eines Kunstgelenkes als therapeutische Möglichkeit.

   

Frakturen im Hüftbereich
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